1918- 1931

 

Die Jusos entstanden zwischen 1918 und 1920, als sich Gruppen von 20 bis 25 Jahre alten Sozialdemokraten zusammenfanden. Zahlenmäßig blieben die Jusos, die darüber hinaus auf Grund interner Auseinandersetzungen zwischen einem austromarxistisch geprägten, linken Mehrheitsflügel und der Minderheit des nach rechts tendierenden, nationalistischen Hofgeismarer Kreises zerstritten waren, eher unbedeutend und hatten zwischen 3.000 und 5.000 Mitgliedern. 1931 löste die SPD im Zuge eines innerparteilichen Streits die Jusos auf, ein Teil der ehemaligen Mitglieder schloss sich im Herbst des selben Jahres der neu gegründeten SAPD an.

 

1946- 1969

 

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden 1946 die Jungsozialisten vom Parteivorstand wiedergegründet. Zunächst stellten ehemalige Frontsoldaten die Mehrheit der Mitglieder. Die Jusos waren in ihren ersten Jahren zunächst loyal der Mutterpartei gegenüber und folgten linientreu der inhaltlichen Ausrichtung der SPD.

Sie haben sich nicht "angemaßt", zur Politik der SPD auch kritisch Stellung zu nehmen, jedenfalls die meisten. Die Bildung der großen Koalition 1966 zwischen CDU und SPD wurde von den Bezirken Hessen- Süd, Schleswig- Holstein und Teile vom Mittelrhein heftig kritisiert. Aus Frankfurt fuhr unter anderem ein Autokonvoi von Jusos nach Bonn, um gegen die Koalition zu demonstrieren.

1968 fand ein Sternmarsch nach Bonn gegen die Notstandsgesetze statt. Der südhessischen Juso Vorsitzende Gert Lütgert beantragte auf dem gleichzeitig stattfindenden Bundeskongress ein Solidaritätstelegramm der Jusos an diese Demonstration. Auch die sehr aggressiv vorgetragene Mahnung des damaligen Juso- Bundesvorsitzenden Peter Corterier, doch nicht gegen die SPD zu beschließen, konnt die Verabschiedung nicht verhindern.

 

Linkswende im Jahr 1969

 

Im Jahr 1969 vollzog sich schließlich die Linkswende der Jusos. Eine neue Generation von Jusos stellte den unternehmerfreundlichen Kurs der SPD in den Sechzigern immer mehr in Frage und kritisierte die unterschiedliche Verteilung von Besitz, Bildung und Einkommen.

Sie beschlossen auf ihrem Bundeskongress in München die Wende von der braven, angepassten Parteijugend hin zu einem linken politischen Verband. Neugewählt als Bundesvorsitzender wurde der aus Hessen stammende Karsten Voigt, der in den folgenden Jahren mit der Mutterpartei eine Neuorientierung der SPD in außen- und wirtschaftspolitischen Bereichen durchzusetzen versuchte. Die Jusos verstehen sich seitdem als Verband innerhalb der SPD, der auf die inhaltliche Ausrichtung der Partei aktiv Einfluss nimmt.

 

1969- 1982

 

Inhaltlich traten die Jungsozialisten seitdem für die Demokratisierung aller Lebensbereiche, insbesondere der Wirtschaft und des Staates ein. Dies sollte bedeuten: die Vergesellschaftung der strukturbestimmten Bereiche der Wirtschaft (sog. Schlüsselindustrien), gesamtgesellschaftliche Planung der Investitions- , Forschungs- und Entwicklungsprioritäten bei relativer Autonomie der einzelnen Unternehmen im Rahmen dieser zentralen Rahmensetzung (sog. "zentraler Rahmenplan bei dezentraler Feinsteuerung"). Auch nahmen die Jusos immer häufiger feministische Positionen ein.

Die Jungsozialisten verfolgen die sog. Doppelstrategie. Dies bedeutete einerseits Basisarbeit und andererseits Arbeit in den Institutionen (auch als "Marsch durch die Institutionen" bezeichnet).

Zerfallserscheinungen folgten mit der aufkommenden Strategiedebatte und den stärker werdenden Grabenkämpfen zwischen den drei sich als marxistisch verstehenden Flügeln. Neben der reformsozialistisch- undogmatischen Strömung bildeten sich zwei Gruppen mit antimonopolistischer beziehungsweise antirevisionistischer Ausrichtung. Die theoretische Diskussion auf hohem Niveau band die praktischen Kräfte. Der Ausschluss des damaligen Vorsitzenden Klaus Uwe Benneter ("Benni Bürgerschreck") aus der SPD markiert den Höhepunkt der Auseinandersetzungen. Eine typisch sozialdemokratische Ironie ist es wohl, dass der gleiche Klaus- Uwe Benneter 2004 als Generalsekretär der SPD ebenfalls den Ausschluss von "Linksabweichlern" vorantrieb.

Seit den siebziger Jahren nutzen wir die traditionelle "Faust mit Rose" der Sozialistischen Internationale als unser Logo.

 

1982 bis heute

 

Wer sich Fotos von den großen Anti- Nachrüstungs- Demos der frühen 80er ansieht, wird erstaunlich viele Juso- Fahnen in der Menge sehen. Wir weite Teile der Partei auch, standen die Jusos in Opposition zu Nachrüstungspolitik der Regierung Schmidt.

Nach dem Aufkommen der Grünen waren auch bei den Jusos die Debatten mehr und mehr geprägt von ökologischen Fragestellungen. Unter dem Stichwort "Ökosozialismus" hielten Themen wie Atomenergie, Klima, Wasser etc. Einzug in die programmatische Diskussion des Juso- Bundesverbandes.

Die Jusos der späten 90er Jahre setzen große Hoffnungen in einen Regierungswechsel auf Bundesebene. Eine mit linker Programmatik angetretene SPD versprach viele der Konzepte, die Jusos über die Jahre diskutiert und entwickelt hatten, endlich in konkrete Politik umzusetzen.

Aber auch nach dem Regierungswechsel 1998 mit sieben Jahren Rot- Grün und der derzeitigen Großen Koalition heißt es für uns Jusos für unsere Ideen und Konzepte zu kämpfen und uns in unsere Mutterpartei stark einzubinden.

 

 

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